WO befindet sich der Augartenspitz?
Der „Augartenspitz“ ist jenes Stück Augarten, durch das Tor zum Filmarchiv Austria erreichbar, das am nächsten zur Taborstrasse (U2-Station) liegt, Obere Augartenstrasse / Castellezgasse.
Ursprünglich befanden sich dort:
Gemüse- und Obstgärten zur Versorgung der Bewohner des Palais und ihrer Bediensteten, bis ca. 1970 noch Dienstwohnungen und –gärten.
Der Grund ist Eigentum der Republik Österreich, war aber nicht öffentlich zugänglich, oder als Park nutzbar. Im Jahre 2000 wurde der Spitz, wie der übrige Augarten, unter Denkmalschutz im Verfassungsrang gestellt. Im Grundbuch (Bezirksgericht) dazu öffentlich einsehbare Urkunden.
Nach Absiedeln der Bediensteten und jahrelangem Vernachlässigen der Bausubstanz biss das Wirtschaftsministerium in den sauren Apfel und renovierte das desolate Barockensemble zwischen Augartenspitz und dem Haupteingang mit erheblichem finanziellem Aufwand. Sodann wurde an das Filmarchiv Austria vermietet. Aus formalen Gründen fiel das ganze Areal des Augartenspitzes aus der Obhut der Bundesgärten und wird von der Burghauptmannschaft verwaltet. Durch lange Jahre U2-Baues benützte die Stadt Wien den Spitz als Parkplatz für die U-Bahn-Bauer! Seit Mai 2008 erholte sich das Areal. Als Stück „wilder Augarten“ (übrigens eine wunderschöne Ansammlung von spontan gewachsenen Bäumen und Büschen, bewohnt u.a. von Fuchs, Dachs, Igel, Saker-Falke und Waldohreule) wurde es Gegenstand des Profitstrebens.
WAS soll dort gebaut werden?
Der Verein Wiener Sängerknaben, ein privater Verein, mietete vom Wirtschaftsministerium 1774 m² Grund, davon 1096 m² Baugrund, sowie das barocke Pförtnerhaus, für lächerliche 10.000 Euro / Jahr. Weder die Widmung als Baugrund noch der Mietvertrag sind nachvollziehbar! Der Mietvertrag vom 10.12.2007 ist geheim! Die Wiener Sängerknaben wollen – mitten ins historische Barockensemble hinein – eine Konzerthalle bauen, die sich aus der Pühringer-Privatstiftung POK finanziert weiß.
In den Jahren 1998, 2000 und 2006 wurden eindeutige Beschlüsse der Bezirksparlamente Wien 2 und Wien 20 von allen darin vertretenen Parteien gefasst: im Augarten darf nichts mehr verbaut werden. Wie viel oder wie wenig von der gesamten Fläche betroffen wäre, ist daher gleichgültig!
Jedwede Verbauung wäre ein Vorbild für zukünftige Bauwerber!
Zahlungskräftige profitgierige Private warten schon auf billigen innerstädtischen Baugrund.
Das in den Jahren 2006-08 erarbeitete Leitbild für den Augarten ergab deutlichen Bedarf und klare Konzepte für eine Angliederung des Spitzes an den restlichen Augarten, für Wege (besonders von der Station der U2 zum Park), sowie für zweckmäßige Nutzungen des Pförtnerhauses.
WER ist gegen den Bau am Augartenspitz?
Wir, die AnrainerInnen, Verein Freunde des Augartens, Initiative Denkmalschutz, Josefinisches Erlustigungskomitee, SOS Augarten und weitere besorgte BürgerInnen, Bürgerinitiativen, Kunst- und Kulturschaffende, möchten diese private Nutzung und Verbauung als Versperrung öffentlichen Grundes verhindern.
Wir wollen, dass dieser Garten öffentlich bleibt!
Seit über neun Jahren widmet sich der Verein Freunde des Augartens erfolgreich der Rettung des Augartens ( ein privates Großprojekt wurde außerhalb des Augartens realisiert ), seit etwa zwei Jahren gemeinsam mit dem Josefinischen Erlustigungskomitee, um den gefährdeten Augartenspitz, um dieses natürliche Grün im Herzen von Wien zu beschützen, zu pflegen und zu bewachen. Hierbei haben sich Kunst- und Kulturschaffende, Vereine, Bürgerinitiativen und Einzelpersonen zusammen gefunden, um Varianten einer möglichen Nutzung zu zeigen. Der Bedarf an öffentlich bespielbarem Grün- Kultur- und Freiraum ist offenkundig geworden! Viele lustig-listige Veranstaltungen, an denen zahlreiche Wienerinnen und Wiener seither teilgenommen haben, unterstützen unsere Forderungen.
Viele Menschen haben durch ihre Besuche am Augartenspitz entschieden, dass sie sowohl das vom Filmarchiv Austria alljährlich veranstaltete „Kino wie noch nie“, ein cineastisches Angebot in Zentrumsnähe, als auch öffentliche gemütliche Gärten zu schätzen wissen und zur Erholung brauchen.
Der Widerstand gegen den Betonbau geht weiter
Wir wenige Besetzerinnen und Besetzer sind Vertreter tausender Wiener, die die Petition gegen diesen Bau unterschrieben haben und stören ausschließlich die von uns als Unrecht empfundenen Besitz- und Baurechte des Mieters, des Vereines WSK.
Aber Baubetreiber, welche mehrmals gesetzliche Auflagen wie Denkmalschutz, Wasserrecht oder Naturschutz missachteten, diffamieren uns frech als „undemokratische Chaoten, arbeitslose Berufsdemonstranten, …“
Sie versuchen, damit besorgte Staatsbürgerinnen und -bürger, die ihre demokratischen Rechte und Pflichten ernst nehmen, einzuschüchtern und als Gesetzesbrecher darzustellen.
Am Augartenspitz brennt der Hut.
Den Baubetreibern ist jedes Mittel recht und sei es noch so fragwürdig!
Es gab am 7. Oktober eine Räumung durch eine private Security-Firma; ein demokratiepolitischer Skandal ersten Ranges (in einem Rechtsstaat ist das Gewaltmonopol der Polizei vorbehalten).
Securities blieben. Sie bewachen seit 13. Oktober eine hohe Holzwand quer durch den Augartenspitz.
Es gab unnötige Bohrarbeiten zur Feststellung des Grundwasseraufkommens (wird in unmittelbarer Nähe von der Stadt Wien ständig exakt gemessen), begonnen ohne Bewilligung.
Vom Magistratischen Bezirksamt Leopoldstadt wurden bereits im Mai gesunde junge und ältere Bäume voreilig zur Rodung freigegeben. Diese Rodungen drohen jederzeit, unabhängig davon, ob der Baubeginn definitiv festgesetzt ist.
Sind der Bund und das Land Wien wirklich blind und taub für die Wünsche ihrer Bürgerinnen und Bürger?
Bitte helfen Sie mit, den ganzen Augarten als liebenswürdigen Erholungsort gegen jede Art von Verbauung zu verteidigen.
Stimmen Sie gegen eine missratene Wirtschaftspolitik, die unser kulturelles Erbe verkaufen will. Der von Kaiser Joseph II. „Allen Menschen gewidmete Erlustigungsort“ Augarten soll auch weiterhin für alle offen bleiben.
Informieren Sie sich
www.baustopp.at
www.erlustigung.org
sosaugarten.wordpress.com
Noch besser, kommen Sie zu uns, besuchen sie den Augartenspitz, nehmen Sie an unseren Veranstaltungen teil!
Erfahren Sie alles aus erster Hand! Noch ist es nicht zu spät!
Die Augarteninitiativen:
Verein Freunde des Augartens
Josefinisches Erlustigungskomitee
Verein SOS Augarten
Initiative Denkmalschutz
Mütter und Väter für den Augarten
Aktion 21

ES ist eine Schande, daß Denkmalschutz und Bürgerecht in Wien übergangen werden!
Wo Unrecht zu Recht wird, ist Widerstand Pflicht, und deshalb schützen wir den Augarten-Spitz vor der illegalen Verbauung!
HELFT ALLE MIT!
Eure Kampfhenne Christine